Wohnungseinrichtungen gehören zu dem wertvollsten Inventar in einem Haushalt. Sofas, Schränke, und nicht zuletzt Haushaltsgeräte haben ihren Preis, und wenn ein Umzug oder eine Renovierung bevorsteht, sehen sich die meisten nach einer vorübergehenden Lagerung für die Möbel um. Dabei wollen die meisten aber sicherstellen, dass sie die Gegenstände auch im gleichen Zustand zurückerhalten, in dem sie eingelagert wurden. Wer will schon in eine funkelnagelneue Wohnung oder ein gerade renoviertes Haus ziehen, und es mit Möbeln einrichten, die Schrammen, abgestoßene Ecken, Risse oder Löcher haben?
Die richtige, fachgerechte Verpackung für Ihre Möbelstücke wird zum Schutz der Einrichtung genauso wichtig wie die eigentliche Lagerhaltung. Eine genau geplante und gut vorbereitete Möbelverpackung besteht in der Regel aus den folgenden Schritten:
- Inspektion: Sehen Sie sich Ihre Möbel gut an, bevor Sie sie zur Einlagerung einpacken.
- Die Wahl des Packmaterials: Qualität ist hier zumeist besser als Quantität.
- Demontage: Nutzen Sie passende Werkzeuge und den korrekten Arbeitsvorgang beim Abbau der Einrichtungsgegenstände.
- Einpacken und Kennzeichnung: Wickeln Sie Ihre Sachen richtig ein und sorgen Sie dafür, dass Sie durch eine angebrachte Beschriftung Ihre Einrichtungsgegenstände schnell wiederfinden können.
- Transport und Einlagerung des Haushaltinventars: Beim Umräumen, Schleppen und Verstauender Möbel ist besondere Vorsicht geboten, um Schäden zu vermeiden.
Im Folgenden geben wir Ihnen Tipps und Ratschläge, wie Sie Ihre Möbel am besten für den sicheren Transport zu einer Lagerstätte und die darauffolgende kurze oder lange Lagerzeit vorbereiten.
Wie Sie jedes Möbelstück prüfen, um Schäden zu vermeiden
Bevor Sie sich an die Arbeit mit der Verpackung machen, müssen Sie sich eine Übersicht darüber verschaffen, was eigentlich zur Einlagerung gegeben werden soll. Dies wird besonders relevant, wenn Sie den Platz berechnen, den Sie für die Lagerung Ihrer Möbel beanspruchen. Um den Platz in Ihrer Lagerstätte bestmöglich auszunutzen, sollten Sie nicht nur die Bodenfläche (gemessen in m²) in Betracht ziehen, sondern auch das Gesamtvolumen (gemessen in m³). Immerhin können Sie auch in die Höhe stapeln, aber dafür müssen Sie zuvor einen Teil Ihres Mobiliars auseinandernehmen.
Vor der Demontage und der Verpackung ist es angebracht, die einzulagernden Gegenstände auf bereits vorhandene Schäden zu überprüfen und mögliche Gefahrenzonen festzustellen. Schauen Sie sich jeden Gegenstand genau an und machen Sie gegebenenfalls Fotos von bereits vorhandenen Kratzern oder Dellen. Bei der Inspektion der Möbel können Sie die folgenden vier Punkte in Betracht ziehen:
- Integrität der Oberfläche: Ist das Exterieur unversehrt oder sind bereits Schrammen vorhanden? Sollten Sie eine Oberflächenbehandlung durchführen, um die Gegenstände vor weiteren Beschädigungen oder einer Verschlimmerung der bereits vorhandenen Schrammen zu schützen?
- Lose Teile: Haben einige der Gegenstände lose oder schwache Elemente, die vor der Einlagerung entfernt und separat verpackt werden müssen? Dazu gehören Regalbretter mit den dazugehörigen Regalstollen, Schranktüren aus Glas oder Holz, Spiegel, Scharniere und Schrauben.
- Versteckte Feuchteschäden: Eine hohe Luftfeuchtigkeit in dem Bereich, in dem Sie wohnen, könnte sich auch auf Ihre Möbel auswirken. Achten Sie hier besonders auf Stellen, die nicht gleich offensichtlich sind, darunter die Unterseite Ihrer Polstermöbel, das Innere Ihrer Schubladen und den Rücken der Möbel, die an den Wänden entlang aufgestellt sind.
- Scharfe Kanten und Ecken: Diese benötigen besonders Aufmerksamkeit, weil sie beim Transport und der Einlagerung schnell an- oder abgestoßen werden können.
Gleichzeitig sollten Sie den Transportweg Ihrer Möbel genau überprüfen und gegebenenfalls abmessen. Passt das Sofa wirklich durch alle Türrahmen hindurch? Ist es vielleicht notwendig, den Wohnzimmerschrank in die allerkleinsten Einzelteile zu zerlegen, um sicherzustellen, dass er nicht nur bei Ihnen zu Hause durch die Tür passt, sondern auch die der Lagerstätte und nicht zuletzt: Passt er in das für den Transport vorgesehene Kraftfahrzeug?
Kratzer, Dellen, Feuchtigkeit, Schimmel: Darauf sollten Sie achten
Wenn Ihre Gegenstände bereits im Voraus Schäden aufweisen, können Sie davon ausgehen, dass diese bei einer Einlagerung nicht besser werden. Deshalb sollten Sie einige Vorsichtsmaßnahmen treffen, abhängig von der Beschaffenheit der Gegenstände und der Art/Größe des Schadens.
Holzmöbel und –oberflächen
Hölzerne Möbel sind besonders anfällig für Kratzer sowie abgestoßene Kanten und Ecken. Bei einer Lagerung kann sich dann Staub und Schmutz in den offenen Stellen absetzen, auch wenn Sie die Gegenstände noch so gut verpacken. Behandeln Sie die Schäden deshalb mithilfe von Reparatursets, die Sie in Baumärkten erhalten. Achten Sie auch darauf, dass Sie Furnier gleichermaßen mit Schutzmaßnahmen versehen. Hier kommt hinzu, dass sich die Veneeroberfläche bei unsachgemäßer Einlagerung ablösen und zu einem unschönen Anblick führen kann.
Leder- und Stoffmöbel
Textilien sind besonders anfällig für Feuchtigkeit und können leicht Schimmel entwickeln. Sollten Sie die ersten Anzeichen von Feuchtschäden entdecken, müssen Sie sofort handeln und die betroffenen Polster oder Textilien zu einer Tiefenreinigung geben. Bei kleineren Stellen kann auch eine Behandlung mit Wasserstoffperoxid erfolgreich sein. Lagern Sie niemals von Schimmel befallene Gegenstände ein, da sich die Sporen schon innerhalb weniger Tage auf Ihr restliches Inventar ausbreiten können. Achten Sie vor der Lagerung Ihrer Polstermöbel auch auf unscheinbare Schäden an Säums, und der Unterseite.
Gegenstände und Bestandteile aus Glas
Hier ist natürlich der Fokus zuallererst auf der Zerbrechlichkeit. Glas muss besonders gut verpackt werden, um Bruch, Splitter und Sprünge zu verhindern. Außerdem verkratzen gläserne Oberflächen an Möbeln leicht. Bei Spiegeln kann Feuchtigkeit zu Korrosion, auch Spiegelfraß genannt, führen, die sich durch hässliche dunkle Flächen bemerkbar macht. Achten Sie deshalb darauf, dass Ihre Glasgegenstände zwar sicher vor Bruch eingepackt werden, aber dennoch bei der Lagerung „atmen“ können.
Metallmöbel
Neben Kratzern und Dellen sind Möbelstücke aus Metall oder mit Metalldetails der Gefahr von Rost ausgesetzt. Rost entsteht, wenn sich Feuchtigkeit auf Oberflächenschäden einnistet und hat, wie auch Schimmel, die Angewohnheit, sich schnell auszubreiten. Entfernen Sie deshalb vor der Verpackung und Einlagerung Ihrer Gartenmöbel und anderer Gegenstände aus Metall alle Anzeichen von Rost und stellen Sie sicher, dass eine gute Ventilation gewährleistet wird.
Kunststoffmöbel
Viele denken vielleicht, dass Kunststoff keine besonderen Vorsichtsmaßnahmen bei der Einlagerung benötigt. Immerhin ist das Material bekannt für seine Resistenz gegen Feuchtigkeit. Allerdings kann auch Plastik verkratzen, brechen oder sich durch die Einwirkung von Licht verfärben. Kunststoffmöbel wie Gartenausstattung und Kindersitze sollten deshalb auch mit Respekt und Pflegeprodukten behandelt werden, bevor Sie sie einlagern.
Welche Materialien Sie verwenden, um Möbel beim Umzug und bei der Lagerung zu schützen
Wenn Sie sich eine Übersicht über Ihr Inventar verschaffst und die notwendigen Vorbereitungen für die Einlagerung getroffen haben, ist es an der Zeit, an die fachgerechte Verpackung für Ihre Möbel zu denken. Als Ausgangspunkt sollte Ihr Einkaufszettel die folgenden Verpackungsmaterialien enthalten:
- Packpapier (säurefrei): für die erste Schutzlage auf Ihren Möbeln.
- Luftpolsterfolie: um zerbrechliche Gegenstände und empfindliche Oberflächen vor Stößen und Schlägen zu schützen.
- Umzugsdecken und Möbeldecken: aus atmungsaktiven Materialien, die eine Ventilation gewährleisten, aber gleichzeitig vor Staub, Verschmutzung und Abschürfungen schützen.
- Wellpappe und Kartons: zum Schutz für Ecken und Kanten.
- Stretchfolie: die zur Stabilisierung und weiterem Staubschutz angewendet wird.
- Klebeband, Kordel und Klammern: zur Befestigung vom Verpackungsmaterial.
- Etiketten: für die Kennzeichnung der einzelnen Gegenstände.
- Plastiktütchen: in denen Einzelteile wie Schrauben, Dübel und Regalstollen aufbewahrt werden können.
Außerdem sollten Sie Schaumstofffolie und speziell vorgefertigten Ecken-/Kantenschutz aus Edelstahl oder Kunststoff in Betracht ziehen, insbesondere, wenn Sie auch Gegenstände aus Stein wie Marmorplatten schützen wollen.
Werkzeuge und Abbau
Außer dem Verpackungsmaterial werden Sie auch Werkzeuge zur ordnungsgemäßen Demontage benötigen, darunter Hammer, Schraubendreher/-zieher und Inbusschlüssel. Legen Sie beim Abbau von großen Möbeln wie Schränken oder Regalen Ihr eigenes Manual an, in dem Sie die Demontage Schritt für Schritt mit Fotos dokumentieren. Nummerieren Sie die Einzelteile und beschriften Sie sie mit ihrer Zugehörigkeit. Achten Sie beim Demontieren darauf, dass Sie alle Kleinteile in Plastiktütchen sammeln, die Sie mit dem Namen des Möbelstücks kennzeichnen. Nach dem erfolgreichen Verpacken befestigen Sie die Tütchen am besten mit einer Kordel an den zugehörigen Möbeln. Vermeiden Sie Klebeband auf sichtbaren Oberflächen, da es bei einer längeren Lagerung Spuren hinterlassen wird.
Wie Sie Ihre Möbel fachgerecht verpacken
| Möbelmaterial | Pack-papier | Luftpolster- & Stretchfolie | Möbel- decken | Karton & Wellpappe | Schaum-stoff |
|---|---|---|---|---|---|
| Holz & Furnier | Ja | Nein | Ja | Ja | Nein |
| Leder & Stoff | Nein | Nein | Ja | Nein | Nein |
| Glas | Ja | Ja | Ja | Ja | Ja |
| Metall | Ja | Nein | Ja | Ja | Ja |
| Kunststoff | Ja | Ja | Nein | Nein | Nein |
Sicherung und Kennzeichnung von eingelagerten Möbeln und deren Einzelteile
Wie Sie wahrscheinlich schon erkannt haben, ist Ihr größter Feind bei der Lagerung von Möbeln die Kondensation. Wenn Sie Plastikfolie oder Luftpolsterfolie verwenden, sollte diese niemals Ihre Sachen luftdicht verschließen. Die beste Ventilation in Ihrer Lagerstätte wird nicht verhindern können, dass sich Feuchtigkeit unter der Folie sammelt und Ihr Eigentum zerstört. Stellen Sie sicher, dass Sie die Klebestreifen nicht zu straff anbringen, und niemals direkt auf den Möbeln. Der Kleber im Klebeband kann die Oberfläche an Holz-, Furnier und Ledermöbeln unwiderruflich beschädigen und auch poröse Materialien wie Stein und Marmor tragen unschöne Zeichen davon.
Quick-Tipps nach Möbeltyp (praktischer Spickzettel basierend auf Möbelstück)
- Sofa/Couch: Nutzen Sie atmungsaktive Sofahussen oder Umzugsdecken. Verpacken Sie die Sofakissen separat und schützen Sie hölzerne Teile mit Ecken-/Kantenschutz.
- Kleider-/Wohnzimmerschrank: Entfernen Sie Regale und Kleiderstangen und verpacken Sie diese separat. Legen Sie Scharniere/Schrauben in ein beschriftetes Tütchen und sichern Sie die Türen mit Gurten oder Klebeband über einem Puffer aus Karton.
- Kommoden und Regale: Leeren Sie Schubladen und nehmen Sie diese für eine separate Verpackung und Aufbewahrung heraus. Decken Sie Griffe mit Pappe ab und nutzen Sie säurefreies Papier für den Innenraum.
- Marmor-/Steinplatte: Legen Sie zuerst Papier oder Schaumstoff auf die Oberfläche, dann befestigen Sie den Ecken-Kantenschutz. Nutzen Sie steifen Karton oder MDF-Platten auf beiden Seiten. Es ist besonders wichtig, dass die Verpackung mit „Zerbrechlich“ und „Aufrecht lagern“ gekennzeichnet ist.
- Ess-/Arbeitstisch: Entfernen Sie, wenn möglich, die Beine, und schützen Sie die Tischplatte mit säurefreiem Papier und einer Transportdecke. Auch hier hilft Ecken-/Kantenschutz aus Luftpolsterfolie oder Karton an den Kanten.
- Stühle (Leder/Stoff/Metall): Verpacken Sie jeden Stuhl einzeln mit erst Papier und dann einer Decke. Stellen Sie sicher, dass die Stühle nicht luftdicht eingeschlossen werden, insbesondere bei Materialien wie Leder/Stoff.